APE-Hausmesse 2016 – Ein Rückblick

„Innovation in Automation“ unter diesem Leitgedanken fand Mitte Oktober 2016 die diesjährige APE-Hausmesse in den Firmeneigenen Räumlichkeiten in Niedernberg statt.

Der diesjährige Gastvortrag zum Thema „Lithium Batterien in industriellen Applikationen“ wurde von Dirk Oestreich, Leiter der Entwicklung der BMZ GmbH, gehalten.
Weiter standen Fachvorträge der APE-Mitarbeiter zu den Themen „Mobile Informationen mit Industrial WLAN“, „Industrial IT Security“ und „CE-Dokumentation Aktuell“ auf dem Programm.


Die Vorträge

Durch Internet of Things, Industrie 4.0, Smart Building, BigData ist alles miteinander vernetzt. Diese Vernetzung macht Infrastrukturen und Produktionsstätten anfälliger und schafft immer neue Einfallstore für einen möglichen Missbrauch. Die Palette reicht von Spionage, Datenklau bis hin zur Sabotage. Im Vortrag „Industrial IT Security“ wurden Ansatzpunkte zur Erhöhung der IT Sicherheit dargestellt und erläutert, wie APE dabei helfen kann Schwachstellen zu erkennen und zu beheben.

Als Schlüsseltechnologie der vernetzten Produktion wurde Industrial WLAN in einem weiteren Vortrag vorgestellt. Neben Robustheit und Bandbreite ist es mittlerweile in der Lage, Echtzeit- und sicherheitsrelevante Funktionen zu übernehmen. An Beispielen wurde gezeigt, wie APE von der Netzwerkplanung und -optimierung bis hin zur Implementierung mobiler Applikationen zukunftsweisende Projekte mit dieser Technologie realisiert.

Der Vortrag „CE-Dokumentation Aktuell“ befasste sich vor allem mit Fragen die im Laufe des Dokumentationsprozess auftauchen: Welche Dokumentation muss ein Hersteller von Maschinen und Anlagen in der Europäischen Gemeinschaft zusammenstellen um die EG-Konformität zu erreichen? Welche Richtlinien, Normen, und Gesetze greifen? Wie muss eine Betriebsanleitung aussehen und was ist dabei zu beachten? Welche verbindlichen Vorschriften oder unverbindlichen Empfehlungen existieren in den Wirtschafträumen außerhalb der EU?


Die Projekträume

Neben den Fachvorträgen boten die Projekträume der einzelnen Abteilungen im Hause APE eine großartige Möglichkeit Einblick in die unterschiedlichsten Kompetenzen der APE Engineering GmbH zu gewinnen und sich über neuste Entwicklungen auszutauschen. Dabei konnte in die unterschiedlichsten Bereiche eingetaucht werden.

Im Bereich der Technischen IT gab es neben APE-MES oder dem IT-Junior-Projekt „APE-Tube" auch eine Live-Vorführung zum Thema IT-Sicherheit in der Automatisierung:
Anhand des Aufbaus einer Demo-Systemlandschaft wurden bei der Hausmesse verschiedene Aspekte von System-Bedrohungen und schwerpunktmäßig die Möglichkeiten von Gegenmaßnahmen praktisch veranschaulicht und lebhaft diskutiert. Bereits in der Entwicklungsphase eines Projektes aber auch während des Betriebs einer Anlage ist es notwendig, dass alle eingesetzten Systeme und Technologien regelmäßig analysiert und hinsichtlich von Richtlinien überprüft und überwacht werden. Informationssicherheit ist ein fortlaufender Prozess und kein Produkt. Daher bietet APE Beratungsdienstleistungen, Ist-Analysen, Definition von Maßnahmen zusammen mit dem Kunden und die Durchführung dieser Maßnahmen zum Schutz der IT-Sicherheit in der Automatisierung den Kunden an.

Weiterhin wurde APE-MES, ein modulares System bestehend aus einem Basispaket und flexiblen Ausbaustufen, bei der Hausmesse anhand zweier Praxisbeispiele mit unterschiedlichen funktionalen Schwerpunkten (z.B. Track & Trace, Produktionsplanung) und unterschiedlichen Datenbanken (kostenfreies PostgreSQL und lizenzpflichtige Microsoft SQL Server) vorgestellt.

Ein weiteres von der Technischen IT vorgestelltes Thema betraf das „Internet of Things "(IoT). Grundsätzlich geht es um die Aufgabenstellung wie IoT-Geräte von APE eingebunden werden können, welche Standards verwendet werden und wie mit den Mengen von erfassten Daten umgegangen werden kann. Als Beispiellösung wurde bei der Hausmesse ein Kommunikationskonzept für die Verwendung von Arduino mit Klimasensoren vorgestellt. In diesem Projektbeispiel wurden die Klimadaten verschiedener Büroräume erfasst, die Daten nur an die Stellen weitergereicht, an denen sie auch benötigt werden und eine räumliche Verteilung visualisiert.

Außerdem wurde die APE-Tube, ein Kommunikationsportals für den Up- und Download von Videos, Bildern (z.B. Schulungsvideos, SW-Installationsanleitungen, Arbeitsanweisungen, Montage Schritt-für-Schritt Anleitungen) vorgestellt. Eine Benutzerverwaltung, Kommentar- und Suchfunktion existieren ebenfalls. Das System ist webbasiert und somit plattformunabhängig. Für den Kunden besteht die Möglichkeit, das Design hinsichtlich seines corporate designs modifizieren zu lassen.


Auch das Engineering präsentierte dieses Jahr wieder viele Komponenten „zum Anfassen“. An direkt aufgebauten Beispielen konnte man erkennen, dass „Industrie 4.0“ und die Vernetzung untereinander immer mehr Einzug in der Automatisierungsebene finden. Der durchgehend sehr gut gefüllte Raum machte das Interesse der Kunden für diese Bereiche deutlich.
Vorgeführt wurden z.B. eine neue, modulare 24VDC-Stromversorgung (SITOP PSU8600) mit Netzwerkanschluss und Webserver oder ein S120-Antriebssystem inkl. Motor, welches mittlerweile ebenfalls über einen Webserver verfügt. Gerade die Informationsdarstellung oder gar Anlagenbedienung auf mobilen Geräten (Tablets, Smartphones) stand dieses Jahr im Vordergrund.
Zusätzlich wurden u. a. noch die neuesten Entwicklungen im Bereich des APE-eigenen Prozess- und Datenerfassungstools APE ATIS präsentiert, eine batteriebetriebene Low-Power-Fernwirkeinheit (RTU3030C) und Möglichkeiten der Verkürzung von Inbetriebnahmezeiten oder Mitarbeiterschulungen mithilfe einer vollständigen Anlagensimulation.


Im Bereich der Forschung und Entwicklung wurden unter anderem verschiedene Einsatzmöglichkeiten der Microsoft Kinect zur Prozessoptimierung im industriellen Umfeld demonstriert. Zudem konnte der zu Zwecken des erst kürzlich abgeschlossenen, vom BMBF geförderten Forschungsprojekt „GePA – Gestengesteuerte Prozessanalyse“ gebaute Musterarbeitsplatz getestet werden. Es wurden Trends in der Technischen Dokumentation anhand einer Multimedialen Dokumentation, welche neben textbasierten Inhalten auch 3D-Modelle und Videoanleitungen vereint, veranschaulicht.


Im Projektraum der Technischen Dokumentation & Übersetzung konnten sich interessierte Kunden über Problematiken und Anforderungen Technischer Dokumentationen informieren und fachliche Gespräche führen. Besonderes Augenmerk wurde dabei, anknüpfend an den Fachvortrag „CE-Dokumentation Aktuell“, auf Voraussetzungen und Handhabe in unterschiedlichen Wirtschaftsräumen gelegt.
Aber auch Dokumentation zum Anfassen wurde thematisiert: Wie sieht eine lieferfertige Kundendokumentation aus? Beispiel der lieferbereiten Dokumentation eines Kunden, welche APE versandfertig liefert: Gedruckte Dokumente und Datenträger (Deutsch und Übersetzungen), strukturiert in Ordnern und in Kisten verpackt.

Weiterhin wurde ein Einblick in die Erstellung eines elektronischen Ersatzteilkatalogs ermöglicht, sowie anhand von Beispielen und die Rahmenbedingungen erläutert: Welche Möglichkeiten gibt es für die Erstellung eines bedienerfreundlichen elektronischen Ersatzteilkatalogs und der Verknüpfung mit weiterführenden Informationen?
Außerdem konnten sich die Kunden über das gesamte Leistungsspektrum im Bereich der Technischen Dokumentation & Übersetzung, von der zeitweisen Unterstützung bis zum kompletten Outsourcing informieren oder sich anhand von Referenzprojekten von der Qualität übersetzter und originalsprachiger Dokumentationen überzeugen.


Auch der Bereich der Maschinen- und Anlagensicherheit informierte über zu berücksichtigende Risiken, zu treffende Maßnahmen und anzuwendende Normen. Denn: Nur wer das Risiko seiner Maschinen und Anlagen kennt, kann die notwendigen Maßnahmen zur Reduzierung von Gefahren und Gefährdungsquellen treffen.
Hier unterstützt APE nicht nur bei der Erstellung von Risikobeurteilungen und der entsprechenden Nachweisdokumentation, sondern beispielsweise auch bei der Verifizierung von Sicherheitsfunktionen, der Ertüchtigung von Alt-Maschinen und verketteten Anlagen oder der Beratung zur Erreichung der EG-Konformität.


Projekträume, Fachvorträge, zahlreiche Kunden und engagierte APE-Mitarbeiter sowie der kulinarische und musikalische Rahmen machten die APE-Hausmesse 2016 zu einer rundum gelungenen Veranstaltung.